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»Gute alte Bekannte im neuen Kostüm«
Norddeutsche Klarinettentage starten mit Opernmelodien.

Bremen. Auch wenn sie ganz ungewöhnlich kostümiert waren, konnte man sie trotzdem unschwer erkennen. Carmen natürlich und Escamillo, die verkaufte Braut Marie, den Heiratsvermittler Ketzal wie den stotterndenden Wenzel, Mackie Messer, Maria, Tony und die Großmäuler der Gangs aus der West Side New Yorks. Die »musikalische Reise durch die Welt der Oper« markierte den Beginn der nun zum zweiten Male veranstalteten »Norddeutschen Klarinettentage«. Marco Thomas, Professor für Klarinette an der Bremer Hochschule für Künste, hatte wieder etliche Kollegen von führenden Positionen in mitteldeutschen Orchester an die Weser gelockt, um ein Programm mit Ausnahmecharakter anzubieten. Nun sind ja der Klarinette reiche Ausdrucks- und Gestaltungsmöglichkeiten vom Odem der Liebe bis zum virtuosen geschnatterten Parlando anheimgegeben, Vorzüge, die auch im Sechserpack (neben Thomas musizierten Jan Doormann, Sebastian Gette von Poblotzki, Regine Müller, Stefan Polster und Thomas Richter) nicht untergehen. Der Sound bleibt variabel, wenn sich die originären Klarinettenklänge mit jenen der Es-Klarinette, der Baßklarinette und dem Bassetthorn mischen. Und zudem sind die Holzbläser meist auch fähig, ein anderes Instrument zu handhaben – hier auch mal Gitarre und Tamborin. Wenn Könner an den Pulten in der recht gut besetzten Kirche Unser Lieben Frauen zusammen spielen, ist Qualität des Musizierens gesichert …

»Weser Kurier« vom 7.1.2006


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